Wie der Erzbischof von Köln fast zum Patriarchen geworden wäre

Die Geschichte des Christentums im Norden Europas hat ihren Ursprung auf dem Gebiet der heutigen Stadt Hamburg, damals noch Hammaburg. Um etwa 600 beginnend, gilt der Mönch und Bischof Ansgar (801–865) gilt als eine der wichtigsten Personen und auch als der eigentliche Begründer einer frühen Kirchenorganisation, die sich bis nach Skandinavien erstreckte.

Die Christianisierung, welche sich bis nach Mecklenburg und Pommern erstreckte, erlebte immer wieder gravierende Rückschläge. Um das Jahr 1060 begannen die Pläne Erzbischof Adalbert von Bremen († 1072), unterstützt durch den Obotritenfürsten Gottschalk († 1066), ein Patriarchat des Nordens mit zwölf Bistümern, darunter Oldenburg und Mecklenburg (heute Dorf Mecklenburg), zu errichten. Doch war er nicht der Einzige mit diesem Plan. Auch der Erzbischof von Köln, dem das Bistum damals unterstand, betrachtete sich als einen solchen und versuchte den Titel und die dazu gehörigen Rechte zu erlangen. Und die Aussichten des Kölner Metropoliten lagen nicht schlecht, wenn man sich in Rom auch sträubte ein solches Patriarchat zu errichten.

Nachdem sich die beiden Bischöfe systematisch gegenseitig blockierten und damit die Errichtung eines Patriarchats faktisch selbst verhinderten, war es der „Große Wendenaufstand“ des Jahres 1066, welcher alle Pläne für ein Patriarchat des Nordens endgültig vom Tisch wischten.

(Autor: P. Damian Hungs OT)

Tags: Geschichte
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