Zum 130. Geburtstag von Edith Stein.

Am 12. Oktober 1891 wurde in Breslau dem jüdischen Ehepaar Stein ein elftes Kind geboren, die kleine Edith. Nachdem der Vater schon ein Jahr später verstorben war, führte die Mutter den Holzhandel ihres Mannes weiter. Mit Erfolg, denn sie kann allen ihren Kinder eine gute Ausbildung ermöglichen.

1906, nach neun Schuljahren, vierließ Edith das Lyzeum und ging nach Hamburg, wo sie bei ihrer Schwester lebte und sich innerlich immer weiter von der Religiosität ihres Elternhauses entfernte. Seit 1908 wieder in Breslau, finanzierte ihre Mutter Edith einen Privatunterricht, welcher mit einer Aufnahmeprüfung für die 11. Klasse endete. Mit dem Abitur in der Hand, begann sie 1911 ein Lehramtsstudium, wozu noch die Fächer Philosophie, Psychologie, Geschichte und Germanistik traten. 1916 promovierte sie in Freiburg bei Professor Edmund Husserl zum Doktor der Philosophie und übernahm bei diesem anschließend die Stelle einer wissenschaftlichen Assistentin. Den Wunsch einer Habilitation konnte sie sich nicht erfüllen, da man ihr als Frau hierzu die Zulassung verweigerte.

Bei einer katholischen Freundin laß sie die Autobiographie der heiligen Theresa von Avila. Als sie dieses Buch beendet hatte, war ihre Entscheidung gefallen. Sie wollte Katholikin werden. Am 1. Januar in der Pfarrkirche zu Bergzabern getauft. Seit 1923 als Lehrerin am Gymnasium der Dominikanerinnen in Speyer tätig, kam früh der Gedanke eines Eintritts in den Karmel auf. Seit 1932 am Deutschen Institut für wissenschaftliche Pädagogik in Münster tätig, wo sie auch Vorträge zu Frauenfragen hielt.

Am 14. Oktober 1933 in den Kölner Karmel eingetreten, erhielt sie den Ordensnamen Sr. Teresia Benedicta a Cruce. Mit den Jahren wurde der Druck, auch gegen getaufte Juden, immer größer. So siedelte sie 1938 in den niederländischen Karmel Echt über. Auch ihre Schwester Rosa, die 1936 getauft worden war, siedelte hierhin über. Doch die Ruhe dauerte nicht lange. Schon 1941 forderten die deutschen Besatzungsbehörden in den Niederlanden, dass alle „Nichtarier“ ohne niederländische Staatsangehörigkeit das Land verlassen. Da eine Übersiedlung in einen in der Schweiz gelegenen Karmel nicht gelang, wurden Edith und Rosa Stein am 4. August 1942 von der Gestapo verhaftet und in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo sie vermutlich bereits am 9. August in der Gaskammer ermordet worden waren.

(Autor: P. Damian Hungs OT)

Tags: Biographie
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