Geschichte der Kommende Altenburg

Kaiser Friedrich I. gründete 1181 in Altenburg ein Hospital, dass Kaiser Friedrich II. 1213/14 dem Deutschen Orden schenkte. So wird bereits 1221 ein Komtur genannt. Als weitere Stifter haben sich die Burggrafen von Altenburg besonders hervorgetan. So wurde die Kapelle des Ordens, zu welcher die Johannesschule gehörte, 1283 zur Kirche erhoben. Und auch die Pfarrkirche St. Lorenz gehörte dem Deutschen Orden. Unmittelbar vor der Stadt lag das Dorf Nennewitz, in welchem sich ebenfalls eine Kommende befand, welche jedoch noch vor 1289 in der Kommende Altenburg aufging. Nachdem die Kommende 1271 das Patronat über die Kirche von Kohren als Geschenk erhalten hatte, kam es 1272 zur Gründung einer Schule. Zu diesem Zweck überließ der Stadtmagistrat dem Orden ein Grundstück, wofür die Ordensbrüder aber nicht nur eine Choralschule, sondern eine allgemeine Lateinschule errichten sollten. Diese scheint dann um 1529 sogar relativ groß gewesen zu sein. 1429 verpfändete der Landkomtur die Kommende und ihre Besitzungen an den Deutschmeister, dem sie nun unterstand und dem sie auch noch 1539 zugehörte. 1443 musste der Landesherr zwischen der Stadt und der Kommende einen Streit bezüglich des Bierbrauens und Ausschanks der Kommende schlichten, welches nun auf ein bestimmtes Maß reduziert werden sollte. Lebten 1448 in der Kommende noch vier Konventsherren, 19 weitere Personen und zwei Spitalbewohner, so waren es 1451 wieder fünf Priester- und ein Laienbruder im Kommendenkonvent. Einer der Priesterbrüder hatte im Jahre 1505 eine Affäre mit einer Bürgersfrau und wurde von ihrem Ehemann inflagranti hinter dem Kommendengebäude erwischt und erschlagen. Doch während der Betrogene ohne Strafe ausging, zwang die Stadt den Komtur zur Beseitigung des Leichnams vom städtischen Besitz. Mit dem Aufkommen der Reformation wurde auch wieder die Frage nach der Spitalstiftung laut, welche dem Deutschen Orden übergeben worden war und nun eingegangen zu sein scheint. Da die Kommende keinerlei Interesse an einer großartigen Wiederbelebung der verschiedenen Stiftungen hatte, kam sie 1529 mit der Stadt überein einen jährlichen Betrag für die Messpflichten, die Schule und das Spital in den Gemeinen Kasten zu überweisen. 1539 verlangten Kurfürst Johann Friedrich I. und Herzog Johann Ernst von der Stadt die erneute Einrichtung eines Spitals in der Kommende., welches 1546 etwa 40 Arme versorgte. Zu dieser Zeit verlangte der Landesherr zudem die Herausgabe ihrer Urkunden, was die Kommende jedoch verweigerte. Hierauf bezichtigte er den Orden 1547 einer Vernachlässigung der Seel- und Armensorge aus Eigennutz. schließlich säkularisierte der Kurfürst die Kommende 1594und die letzten Ordensbrüder verließen Altenburg. Die Gebäude wurden an die Herzöge Friedrich Wilhelm und Johann verkauft.

(P. Damian Hungs OT)

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