Clemens August von Bayern - Herr der fünf Kirchen

Am 6. Februar 1761 verstarb der Hochmeister des Deutschen Ordens und Kölner Kurfürst-Erzbischof Clemens August von Bayern. Ein Grund seiner zu gedenken. Das Problem ist jedoch der Umfang seiner Biographie, die man faktisch nicht in einem Artikel umfassen kann. In der kommenden Zeit wollen wir daher immer wieder einen Teil der Biographie dieser großen Person des 18. Jahrhunderts beleuchten.

Clemens August von Bayern - Monsineur des cinq églises

Diesen Beinamen "Monsineur des cinq églises" (Herr der fünf Kirchen) hat Clemens August von Bayern von keinem geringeren als Friedrich dem Großen von Preußen bekommen. Wohl als abschätzige Bemerkung gedacht, offenbart sie doch zugleich die Machtfülle seines Gegenübers. Denn keinen anderen Fürsten des Reiches hat er mit einem Beinamen belegt. Und tatsächlich stellte dieser Fürstbischof, welcher die Zeit des Rokoko wie kaum ein anderer wiederspiegelt, für Friedrich immer wieder ein Problem dar. Zu keiner Zeit nahm der "Herr der fünft Kirchen" die Regierung seiner Länder selbst war. Vielmehr überließ er diese stets seinem Kurkölnischen Premierminister. Und da stellt sich auch schon die Frage nach den "fünf Kirchen". Was sollen das für Kirchen gewesen sein? Die Antwort ist recht einfach. Als Friedrich der Große die Aussage tätigte, war Clemens August von Bayern

1. Kurfürst-Erzbischof von Köln, 2. Fürstbischof von Münster, 3. Fürstbischof von Paderborn, 4. Fürstbischof von Osnabrück, 5. Fürstbischof von Hildesheim.

Damit beherrschte Clemens August von Bayern faktische einen großen Teil des Nordwestens des Reiches und war hier federführende und im Reich eine der wichtigsten Personen. Die Grenzposition zu Frankreich und den Niederlanden räumten ihm noch eine zusätzliche Bedeutung ein. Sein Premierminister Ferdinand von Plettenberg, aber auch seine Nachfolger, wussten dies zu nutzen. So gab es sechs Staatsverträge mit Frankreich, zwei Staatsverträge mit England, aber auch Staatsverträge mit den Niederlanden, mit Österreich und mit Preußen. Eine harte Nuss für Friedrich von Preußen, denn neben diesen damaligen Großmächten spielte auch Bayern immer eine Rolle im Hintergrund. Familie verbindet halt, wenn auch in Grenzen. Jeden Versuch einer Einflußnahme musste Friedrich mit harter Münze bezahlen und dies brachte ihn an seine finanziellen Grenzen. Denn durch die Kommulation dieser Fürstbistümer, dessen war man sich am Rhein bewußt, konnte man den Preußen gleich mehrfach finanziell zur Ader lassen.

(Autor: P. Damian Hungs OT)

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