Der Deutschordensbischof Kristan von Mülhausen.

Möglicherweise um 1240 geboren stammte Kristan, heute würden wir ihn Christian nennen, wohl aus einem in oder bei Mühlhausen ansessigen Ministerialengeschlecht. Erstmals begegnen wir ihm als Bruder des Deutschen Ordens in Mühlhausen, wo er 1271 als Zeuge in einer Urkunde bezeugt ist. Schon ein Jahr später finden wir ihn als Pfarrer der dortigen Kirche St. Blasius und als Komtur der Altstadt-Kommende. Es gab zur gleichen Zeit noch eine weitere in der Mühlhausener Neustadt. Bereits 1276 ernannte ihn Papst Gregor X. zum Bischof von Samland (Sambia) in Preußen. Vorher hatte der Papst den Bischof von Merseburg beauftragt, einen geeigneten Priester aus den Reihen des Deutschen Ordens, für dieses Amt zu finden. Kristan wurde dann auch durch Friedrich von Torgau, der ihn als Bischof vorgeschlagen hatte, zum Bischof geweiht. Doch bevor Kristan von seinem Bistum Besitz ergreifen konnte, musste noch der Gegenbischof Hermann von Köln bewältigt werden, was jedoch ohne große Probleme geschah. Beider Wege haben sich übrigens noch mehrfach gekreuzt, was sicher interessante Begegnungen waren. Jedenfalls reiste Kristan schon kurz nach seiner Bischofsweihe nach Preußen, wo er bereits am E.nde des Jahres 1276 eingetroffen ist. Doch regelte er hier nur die wichtigsten Dinge. War das Bistum doch faktisch noch nicht vorhanden und musste erst noch den Händen der heidnischen Pruzzen entrissen werden. So war er schon ein Jahr später als Weihbischof des Erzbischofa von Mainz unterwegs. Vorher hatte er jedoch noch Besitzungen in Preußen gegen Besitzungen in der Nähe von Gotha eingetauscht, welche seinen Lebensunterhalt sichern sollten.Im Dunstkreis der Landgrafen von Thüringen schweben, die wohl auch nicht ohne Einfluß auf seine Ernennung waren, wurde er 1281 während einer derer Familienfehden auf Burg Schlotheim gefangengesetzt. Erst die Zahlung von 300 Mark, heute etwa 137.000 €, wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Summe brachte er übrigens aus seinem Privatvermögen auf, was seinen Wohlstand, neben sonstigen Stiftungen, gut belegt. 1284 machte er sich nach Königsberg auf, wo er 1285 ein Domkapitel stiftete. Doch lebte von den genannten Domherren nur einer in Preußen, was schon bald zu einem Eingehen des Kapitels führte. Wichtig war jedoch die Stiftung desselben, da es damit zu einer juristischen Absicherung des neuen Bistums kam. Juristisch gut gehandelt, brachte ihm die gescheirte Stiftung im Reich einigen Spott ein. Musste er doch noch ein weiteres Domkapitel gründen, wofür er ebenfalls nach Preußen gereist war. Hierbei tauchten illustre Namen auf. Diese Zeugen zwar von den weitreichende Verbindungen Kristans, doch musste er diesen Leuten wohl eher für die Annahme dieser erbärmlichen Pfründe dankbar sein. Ein drittes Domkapitel, welches er dann von Mühlhausen aus gründete, sollte dann endlich gelingen. Überhaupt war Mühlhausen, wie auch Erfurt, auch seine bevorzugte Residenz. So verstarb er dann auch am 2. September 1295 in Mühlhausen und wurde in der Kommendenkirche St. Blasien beigesetzt. Hier ist sein Grabmal bis auf den heutigen Tag zu sehen.

(Autor: P. Damian Hungs OT)

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