Gedanken zum Festtag

Der Stern der heiligen Nacht - das ist zunächst der Mensch gewordene Sohn selber. Er ist das Licht, das den Weg durch die Straßen der Geschichte zeigt. Er zerbricht den Aberglauben, der umso üppiger blüht, je mehr der Glaube zerfällt. Er zeigt das Lächerliche der Sterndeuterei, die den Menschen in den Zwang des ewigen Kreislaufs einschließen will, in dem es nichts Neues, nur die Wiederholung des immer Gleichen gibt.

Die wahren Gestirne des Menschen sind die Menschen, die ihm den neuen Weg seines Herzens zeigen. Christus ist der Stern, der uns aufgegangen ist und der uns im Glauben selbst das Licht anzündet, das dann auch Menschen zu Sternen macht, die den Weg zu ihm weisen. Elisabeth von Thüringen ist uns ein solcher Stern geworden. In solchem Geist betet die Oration der zweiten Weihnachtsmesse: "Lass das in unseren Werken wieder strahlen, was durch den Glauben inwendig in uns leuchtet."

Damit wird Weihnachten ganz praktisch. Auf den Stern hinschauen bedeutet: Licht empfangen und Licht geben, das empfangene Licht hineinstrahlen lassen in die Welt um uns, damit es anderen Wegweisung wird. Der Gelegenheiten gibt es genug: Nicht nur Adveniat ruft uns; wer erst einmal wach geworden ist dem Herzen nach, der sieht um sich herum so viele, die auf ein Licht warten. Lassen wir uns nicht vergeblich rufen.

(Papst Benedikt XVI.)

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