Pompei und das Heiligtum Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz

Das Heiligtum „Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz“ ist einer der jüngeren Wallfahrtsorte der Römisch-Katholischen Kirche und ist in unmittelbarer Näher zum berühmten Ausgrabungsfeld der antiken Stadt Pompei gelegen, doch gehört es mit etwa vier Millionen Pilgen pro Jahr zu den großen Wallfahrtsorten der Kirche.

Der Ursprung des Wallfahrtsortes liegt im Seligen Bartolo Longo. Geboren 1841 bei Brindisi, gehörte der Jurist dem Spiritismus an. Ein Bekehrungserlebnis führte ihn zum Glauben, 1871 wurde er Terziare bei den Dominikanern und entwickelte eine besondere Liebe zum Rosenkranzgebet. So begann der vermögende Fratel Rosario, wie er genannt wurde, 1873 den Wiederaufbau einer alten Kirche, gelegen bei der antiken Stadt Pompei. Für diese Kirche erhielt er 1875 aus Neapel das Andachtsbild „Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz“. Schon 1878 begann der Bau einer neobarocken Basilika, welcher 1891 vollendet werden konnte. Seine Ehefrau, die Gräfin Mariana di Fusco, mit welcher er seit 1885 verheiratet war, ermöglichte nicht nur zu weiten Teilen den Bau der Basilika, sondern war auch stark in der Caritas engagiert. Auf Waisenkinder und den Kinder von Gefangenen lag hierbei das besondere Augenmerk des Ehepaares. Longo verstarb am 5. Oktober 1916, im Alter von 85 Jahren, in Pompei. Papst Johannes Paul II. sprach ihn im Jahre 1980 selig.

Kurz nach dem Eintreffen des Andachtsbildes in Pompei kam es zu einer ersten Wunderheilung, was die Kirche in Pompei in die Bekanntheit führte und eine wachsende Wallfahrt in Gang brachte. Schon um 1900 gehörte das Heiligtum zu den größten Wallfahrtsorten in Italien. Longo, der immer noch der Besitzer der Basilika war, übergab diese 1906 dem Heiligen Stuhl. Aufgrund seiner enormen Bedeutung, erhob der Papst das Heiligtum am 20. März 1926 zu einer Territorialprälatur, also einem eigenen Bistum, wie zuvor auch den Wallfahrtsort Loreto.

Die nach Norden ausgerichtete Basilika, welche die Grundform eines Kreuzes besitzt, erhielt eine großartige Schaufassade im Süden und eine Campanile, also einen freistehenden Glockenturm, der 1925 vollendet wurde. Dieser ist 80 m hoch und besitzt eine Aussichtsplattform. Das große Aufkommen der Pilger führte dazu, dass ab 1934 die Basilika um zwei Seitenschiffe mit Kapellen erweitert wurde. Mosaiken, Fresken und Skulpturen, die sich um die Geheimnisse des Rosenkranzes drehen, bilden die prachtvolle Innenausstattung der Basilika. 1952 wurde zudem eine Orgel mit 85 Registern, fünf Manualen und Pedal in die Ausstattung der Basilika integriert.

Das Heiligtum „Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz“ ist heute der zweitgrößte Wallfahrtsort Italiens und einer der größten Wallfahrtsorte der Welt.

(Autor: P. Damian Hungs OT)

Tags: Wallfahrt
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