Vor 690 Jahren ermordet: Hochmeister Werner von Orseln

Werner von Orseln war der 17. Hochmeister des Deutschen Ordens und wurde um 1280 geboren, wohl im heutigen Frankfurt-Niederursel. Der besondere Vertraute und Schützling seines Vorgängers als Hochmeister, Karl von Trier, war zunächst Vogt in Hessen, dann Komtur zu Ragnit (Preußen) und dann als Großkomtur der Stellvertreter des Hochmeisters. Am 6. Juli 1324 auf der Marienburg selbst zum Hochmeister gewählt, baute er die Marienburg weiter aus und begann mit dem Bau des Doms von Königsberg. In der Verwaltung führte er die Hochmeisterkanzlei ein und beauftragte den Priesterbruder Peter von Dusburg mit der Erstellung einer Chronik. Sein wichtigstes Werk war jedoch die Erstellung und Einführung der 'Orselnschen Statuten', einer ersten Überarbeitung, Anpassung und Erweiterung der Ordensregel. Werner von Orseln war ein sehr ernster und auch tief frommer Mann, der zudem über eine große diplomatische Klugheit verfügte, die zu einem langen Frieden mit Polen führte. Die Erneuerung und Vertiefung des religiösen Lebens seines Ordens aber lag ihm zutiefst am Herzen.

Der Grund ist heute nicht mehr bekannt, doch hatte er den Ordensbruder Johann von Endorf zurechtgewiesen. Als der Hochmeister nach dem Chorgebet, am 18. November 1330, die Kirche verließ, wurde er von diesem ermordet. Zunächst in der Annenkapelle der Marienburg beigesetzt, wurde sein Leichnam später in den Dom zu Marienwerder überführt. Sein Sarg und seine Sterblichen Überreste wurden im Mai 2007 in der Krypta des genannten Domes geborgen.

(Autor: P. Damian Hungs OT)

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