Was ist ein Gentleman? (Teil 4)

Wie wir bereits festgestellt haben, versucht ein Gentleman diese Welt zu einem angenehmeren Ort zu machen.

In den letzten Jahren ist es fast zu einer Epidemie geworden, alles zu tadeln oder in eine fragwürdige Ecke der Moral zu stellen. Ein Gentleman tut so etwas nicht. Warum? Haben sie jemals erlebt, dass jemand auf eine tadelnde Belehrung antwortet „Ja, Sie haben recht und meine Gesinnung liegt daneben.“? Nein, natürlich nicht.

Kein Mensch liegt normalerweise mit seinen Einschätzungen und Annahmen vollkommen daneben. Ein Gentleman greift die stimmigen Gedanken lobend auf und integriert sie in seine Aussagen. Er würde niemals jemanden öffentlich tadeln oder herabsetzend erwähnen. Was er für einen Irrtum hält, erwähnt er einfach nicht. Er baut darauf, dass die Menschen eine lobende oder einfach nur aufgegriffene Erwähnung oder Tat in ihrem Gedankengut und Handeln weiter ausbauen. Die „Nichterwähnung“, also Ignorierung, sind ihm Tadel genug. Denn sie bedeuten nicht weniger, denn eine Verweigerung des Eintretens in sein Denken.

Eine noble Geste. Denn niemand wird beleidigt oder herabgesetzt. Wohl aber zum Nachdenken im stillen Kämmerlein animiert. Die betroffene Person wird nicht brüskiert und hat die Möglichkeit nicht nur ihre Einstellung oder ihr Handeln zu überdenken, sondern kann auch unbeschadet eine Richtungsänderung vornehmen. Ein öffentlicher Tadel oder eine Widerrede würde diese Möglichkeit nicht lassen und die Person wäre fast gezwungen auf ihrem Standpunkt zu verharren, da sie sonst ihr Gesicht verlieren würde.

(Autor: P. Damian Hungs OT)

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